Aitutaki - Araura Enua






 

 

Aitutaki ist eine von insgesamt fünfzehn Cook-Inseln, aus denen der gleichnamige Kleinstaat im Südpazifik besteht. Rund 225 Kilometer nördlich der Hauptinsel Rarotonga gelegen, ist Aitutaki die Cook-Insel mit der zweitgrössten Bevölkerung: 2400 Einwohner überwiegend polynesischer Abstammung besiedeln die 18 Quadratkilometer grosse Insel. Oder müsste man von einem Atoll sprechen? Schwer zu sagen: Aitutaki ist nämlich weder eine reine Vulkaninsel noch ein reines Atoll, sondern eine Kombination aus beidem.

Wie fast alle Pazifikinseln verdankt Aitutaki seine Entstehung dem Vulkanismus. Vor -zig Jahrmillionen war hier aufgrund untermeerischer Eruptionen ein rauchender, feuerspeiender Vulkanschlot aus den Fluten aufgetaucht - um seither langsam unter seinem eigenen Gewicht wieder abzusinken, pro Jahrhundert um etwa einen Zentimeter.


Diesen Zentimeter vermögen die Korallenstöcke, die sich rasch rings um den aus dem Meer aufragenden Vulkangipfel gebildet hatten und die nur im lichtdurchfluteten, oberflächennahen Wasser gedeihen, spielend auszugleichen. Während der Berg allmählich tiefer sinkt, wachsen sie stetig in die Höhe. Sassen sie anfänglich in unmittelbarer Küstennähe den Vulkanschultern auf, so entfernt sich nun der abtauchende Vulkangipfel immer weiter von ihnen weg. Längst bilden sie ein separates Riff. Und längst hat die immerwährende Brandung Sand,

Korallengeröll und ganze Korallenblöcke lagunenwärts, hinter dem Riff, zu kleinen Inselchen aufgehäuft. Wenn die Bergspitze dereinst ganz im Ozean verschwunden sein wird, werden diese «Motus», wie sie die Polynesier nennen, allein zurückbleiben - als mehr oder weniger kreisförmiger Inselkranz, der eine seichte Lagune umschliesst.

Noch ist es aber nicht so weit: Aitutaki ist heute ein Mittelding zwischen riffgesäumter, hoch aus dem Meer aufragender Vulkaninsel und flachem, praktisch auf Meereshöhe liegendem Atoll. Noch ist seine vulkanische Bergspitze nicht völlig untergetaucht, bereits hat sich aber ein ausgedehntes Atoll mit mehreren Motus gebildet. Bei einer maximalen Höhe von 124 Metern beim Mount Maungapu und einer ungefähren Sinkgeschwindigkeit von einem Zentimeter pro Jahrhundert müsste Aitutaki theoretisch in rund 1 1/4 Millionen Jahren zu einem «richtigen» Atoll geworden sein. Vorausgesetzt, es kommt nichts Unvorhergesehenes dazwischen, etwa eine neuerliche Eruption oder ein beschleunigter Anstieg des Meeresspiegels infolge menschgemachten Treibhauseffekts...

Aitutaki besteht heute aus einer etwa 7 Kilometer langen Hauptinsel, die sich in der nördlichen Hälfte der Lagune befindet, und ungefähr 15 Motus, die sich mehrheitlich auf der Ostseite der Lagune gebildet haben - dort, wo die Brandung aufgrund der vorherrschenden Südostpassatwinde besonders kräftig gegen das insgesamt 45 Kilometer lange Riff anstürmt. Abgesehen von einem Hotelkomplex, der sich auf dem nördlichsten Motu (Akitua) befindet, ist einzig die Hauptinsel bewohnt.

Wer mit dem Flugzeug von Rarotonga nach Aitutaki übersetzt, landet nach einer Flugzeit von ungefähr einer Stunde auf dem während des Zweiten Weltkriegs von den Amerikanern angelegten Flugplatz. Er befindet sich auf einer schmalen Landzunge im Nordosten der Hauptinsel und verfügt über ein kleines Empfangsgebäude, dessen Snackbar jeweils bei Ankunft und Abflug der (mehrmals täglich stattfindenden) Flüge der «Cook Island Air» und der «Air Rarotonga» geöffnet ist.

Sechs Kilometer sind es von hier zum Hauptort Arutanga, der sich an der windgeschützten Westküste der hügeligen Hauptinsel befindet. Arutanga liegt der einzigen schiffbaren Öffnung in Aitutakis Korallenriff gegenüber. Deren geringe Tiefe und tückische Strömungen machen die Passage für grössere Schiffe allerdings zu einem gefährlichen Unterfangen. Daher ankern die zwischen den Inseln verkehrenden Fähren vor dem Riff, und sämtliche Passagiere und Waren werden mit Leichtern zur Anlegestelle bei Arutanga gebracht.

In Arutanga lebt der Grossteil der Bevölkerung Aitutakis. Die Ortschaft ist eine lockere Ansammlung von Gebäuden, deren Zentrum die von zwei mächtigen Bäumen beschattete Strassenkreuzung beim Schiffsanleger ist. Hier befinden sich das Verwaltungsgebäude, das Postamt und die katholische Kirche. Auch das Spital, die Schule, die protestantische Kirche und ein Hotel sind nicht weit. Und drum herum gruppieren sich ein paar Geschäfte, in denen man alles Notwendige zum Leben kaufen kann, eine Anzahl kleinerer Pensionen, zwei, drei Imbissstuben und die Wohnhäuser der Insulaner.

Aufgrund des vulkanischen Untergrunds und des tropisch-maritimen Klimas ist Aitutakis Hauptinsel sehr fruchtbar. In den Gärten wuchern Nutz- und Ziergewächse aller Art. Und zwischen den sanften Hügeln, besonders im flacheren Inselsüden, findet man Pflanzungen von Bananenstauden, Kokospalmen, Kaffee-, Orangen- und Mangobäumen sowie allerlei Gemüsesorten. Sie gehören hauptsächlich jenen Bewohnern Aitutakis, welche ausserhalb Arutangas in den kleinen Ansiedlungen entlang der inselumrundenden Strasse wohnen.

 

 

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